Heute schon einen Blick in die Zukunft erhascht?
 
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Beziehungskiller Social Media?

Durch die neuen Medien hat sich nicht nur unser Kommunikationsverhalten in Beziehungen stark verändert, z.B. weniger persönliche Gespräche, sie liefern leider auch einen Nährboden für Zweifel, Misstrauen und Missverständnisse:

 

Wie meint er das jetzt – Soll ich mich geschmeichelt oder beleidigt fühlen? 

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

Das kennen wir wohl alle: Der andere reagiert nicht auf unsere WhatsApp, und schon geht das Kopfkino los. Realistisch betrachtet, kann es tausend Gründe geben warum er nicht antwortet, sowohl technische als auch völlig banale, was für gewöhnlich auch der Fall ist. Aber Logik greift in emotionalen Momenten eben nicht. Wir befürchten das schlimmste. Das Telefon wird nicht mehr aus den Augen gelassen. Und – Ha! – Endlich! – Er ist online, also muss er es jetzt ja gelesen haben! Wieso ist er überhaupt online? Mit wem schreibt er denn da?

WhatsApp liefert hier eine Form der Überwachung oder nennen wie es lieber “Information“, die unsere Zweifel schürt, da wir daraus unsere eigenen Schlüsse ziehen, ohne mit dem anderen gesprochen zu haben. Wir steigern uns dermaßen in unsere schlimmsten Albträume hinein, dass wir dem anderen beim nächsten Kontakt all unsere Ängste in Form von bitteren Vorwürfen und Unterstellungen um die Ohren knallen oder sogar Maßnahmen ergreifen, die für den Fortbestand unserer Beziehung ganz sicher nicht förderlich sind.

Auch Facebook und andere Social Media Plattformen eröffnen uns völlig neue Möglichkeiten unser Misstrauen auszuleben. Wir können kontrollieren, wessen Freundschaftsanfragen beantwortet werden, was der Partner alles so „liked“, wann er online ist. Das gibt Raum für wilde Spekulationen. Wenn wir ganz findig sind, melden wir uns unter einem falschen Account und an und testen mal die Treue des anderen. Die Anonymität lässt unsere Hemmschwelle sinken. Oder wir loggen uns direkt mit seinen Zugangsdaten ein, um zu sehen mit wem er was schreibt, um dann festzustellen, dass wir damit nicht klarkommen, denn auch hier ziehen wir wieder unsere eigenen Schlüsse. Ein weiterer Giftpfeil für unsere Liebe, der garantiert zum Streit führt.

"Nein, dank Social Media und Messenger müssen wir nicht mehr blind vertrauen. Wir können beinahe alles nachkontrollieren und verlieren dabei unsere Beziehung an unsere Ängste."


Kommunikation ist das, was ankommt

Durch die rein schriftliche Kommunikation der neuen Medien haben wir keine Chance zu sehen oder zu hören, wie unsere Botschaft tatsächlich bei unserem Gegenüber ankommt. Wir wollten vielleicht nur einen Scherz machen oder hatten nur wenig Zeit für eine ausführliche Nachricht, aber der andere missversteht das in dem Moment.

Wir sehen nicht das Aufflackern der Wut in seinen Augen, wir sehen nicht wie er getroffen schluckt, den Schmerz in seinem Gesicht, wenn wir ihn möglicherweise unbewusst verletzt haben. Wir hören nicht den Klos in seinem Hals, wenn es ihm schwer fällt zu sprechen. Im Gegenzug kann der andere auch nicht hören und sehen, wie wir seine Nachricht auffassen. Denn auch wir fühlen uns manchmal vor den Kopf gestoßen und sind verletzt.

Wenn wir dann unseren Unmut über das Verhalten unseres Gegenübers zum Ausdruck bringen wollen, tun wir das nicht mehr verbal in einem persönlichen Gespräch, in dem er sich erklären kann. Nein, wir sperren auf Social Media oder WhatsApp, um ihn zu bestrafen, in dem festem Glauben, er wisse warum.

Wie früher im Kindergarten: „Du spielst nicht mehr mit!“

So werden wir allerdings nicht erfahren, ob es sich nur um ein Missverständnis handelt, eine Bagatelle, für die sich der andere gerne bei uns entschuldigen würde, wenn ihm das nur bewusst wäre. Stattdessen reagiert er auch mit Trotz, weil er überhaupt nicht weiß, was zu dieser drastischen Maßnahme geführt hat. So schaukelt sich das Ganze zu einer Eskalation hoch und nicht selten steht am Ende die Trennung.

Ja - die neuen Medien haben uns eine Vielzahl an neuen Möglichkeiten zu bieten, aber die Qualität unserer Beziehungen und vor allem die Qualität unserer Kommunikation, haben sie nicht verbessert. Denn oft können wir die rein geschriebenen Informationen, die wir erhalten, nicht richtig deuten. Vielleicht müssen wir, wie bei allen Neuerungen, erst den vernünftigen Umgang mit diesen mächtigen Tools lernen. Kommunikation ist das was ankommt – Der sicherste Weg, dass alles richtig ankommt, ist immer noch das persönliche Gespräch.

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