Heute schon einen Blick in die Zukunft erhascht?
 
02421-3884525
10-12, 14-16 u. 18-21 Uhr

Liebeskummer - Der böse Schatten der Liebe


„Liebe ist eine Leidenschaft, die Leiden schafft“. So oder so ähnlich könnte die Kehrseite des wohl schönsten Gefühls, welches wir Menschen fähig zu empfinden sind, lauten. Aber kann man die Liebe selbst oder ihren bösen Schatten - Liebe gepaart mit Kummer - so einfach auf einen Nenner bringen? Dürfen wir die Liebe so schnell zum Wendehals negativer Emotionen werden lassen, wenn die Beziehung in eine Trennung mündet?

Die Suche nach dem neuen Ich


Wohl nicht, denn Liebeskummer ist vielfältig. Er unterscheidet sich in seiner Banalität wie Intensität. Liebe und Kummer, der kleine Bruder der Trauer. Eine Reise durch die Nacht der Wahrnehmung, der Enttäuschung, Kränkung, Schmerz und Sehnsucht, hin zu Kummer und Leid durch eine Trennung. Und auch wenn es aus psychologischer Sicht, die vermeintlichen „Phasen des Liebeskummers gibt“ muss sich jeder Leidende in diesem Prozess auf die Suche nach seinem neuen Ich begeben.

Frauen leiden anders - Mnner auch

Frauen leiden anders - Männer auch

Ist Liebeskummer eine Frage des Geschlechtes?

Kummer in der Liebe ist geschlechtspezifisch. Nicht um der lieben Wissenschaft willen, sondern weil die Liebe Emotion pur ist und diese nur sehr schwer irgendwelchen empirischen Erkenntnissen folgt.
Ein schönes Beispiel für die unterschiedliche Wahrnehmung, den unterschiedlichen Umgang mit dem Liebeskummer stellen Anni und Marc dar. Sie waren in einer Beziehung und dann kam unerwartet die Trennung !
Zwischen Marc und Anni war es Liebe auf den ersten Blick. Schon die erste Begegnung war von einer nie da gewesenen Intensität, der ein absoluter körperlicher und emotionaler Liebesrausch folgte. Für Anni und Marc stand fest, dass sie füreinander bestimmt sein mussten und schon nach kurzer intensiver Beziehung konnte man den leisen Klang der Hochzeitsglocken ahnen. Doch es sollte anders kommen. Corinne, Marcs Exfreundin drängte sich wieder in sein Leben mit der Nachricht, ein Kind von ihm unter ihrem Herzen zu tragen. Gedrängt von seiner Familie bekannte er sich nicht nur zu seiner bevorstehenden Vaterschaft, sondern wollte auch der Beziehung mit Corinne noch eine Chance geben. Das gemeinsame Kind sollte in behüteten Familienverhältnissen aufwachsen. Schließlich waren sie 6 Jahre ein Paar bis zur Trennung. Womit Marc nicht gerechnet hatte, war die Krise, welche die Trennung von Anni in ihm auslösen würde. Vorerst verdrängte er das Gefühl von diesem Kummer und war davon überzeugt, dass der Schmerz schon bald nachlassen würde, spätestens, wenn er sein eigenes Kind im Arm halten würde. Bis dahin würde er sich in seine Arbeit stürzen und sich ablenken. Für kurze Zeit ging sein Plan auf.

Leiden ohne Ende?

Leiden ohne Ende?

Anni hingegen litt und litt und litt. Monatelang. Sie weinte, sie trauerte, sie hasste, sie verwünschte und irgendwann, ja irgendwann ließ sie los. Sie lernte Dylan kennen, einen attraktiven Architekten. Es waren nicht die großen Emotionen wie mit Marc, aber sie fühlte sich wohl bei ihm. Sie war ein gebranntes Kind, das Feuer scheute, und würde lange keine derartige Intensität und Nähe wie sie es mit Marc erlebt hatte zulassen.


Zu einem wahren Schlüsselerlebnis kam es für Marc erst, als er Anni nach Monaten wiedersah. Mit Paul. Sie ignorierte ihn. In diesem einen Moment war er nicht mehr fähig zur Verdrängung. In diesem einen Moment musste er erkennen, dass er sich selbst belog. Und mit ihm Corinne, sein Kind und seine gesamte Familie. In diesem einen Moment, Monate später nach der Trennung von Annie verfiel Marc dem schrecklichen Liebeskummer und musste seinen Fehler, seine glatte Fehlentscheidung erkennen, denn er empfand für Anni noch immer auf dieselbe Art und Weise wie zuvor. Die Beziehung mit Corinne konnte nicht funktionieren, denn das Fundament einer Beziehung konnte nicht die Liebe zu einer anderen Frau sein.

Aus der Einsamkeit zu neuer Liebe

Die Geschichte von Marc und Anni zeigt ganz deutlich, wie unterschiedlich Mann und Frau Liebeskummer empfinden. Den Schmerz fühlen beide nach einer Trennung. Den Schock, die Verzweiflung, die Einsamkeit, die Wut und Hilflosigkeit. Mann und Frau müssen beide durch den Sumpf des Vertrauens und den Weg zum Neuanfang und zu Akzeptanz finden. Doch eines unterscheidet Mann und Frau ganz erheblich voneinander – der Verdrängungsprozess. Männer besitzen die Fähigkeit sich über den Trennungsschmerz kurzfristig, vielleicht auch längerfristig hinwegzusetzen, diesen zu ignorieren und zu verdrängen. Frauen fallen sofort nach der Trennung in ein tiefes Loch, sind jedoch fähig ihre Energien peux á peux zu kanalisieren, zu bündeln und letztlich zu stärken um sich und einem Neuanfang im Leben eine echte Chance zu geben. Wenn Frauen mit der Trauerarbeit des Kummers fertig sind, dann haben sie den Prozess abgeschlossen und sind für die Biochemie des Verliebens wieder offen. Männer hingegen, versuchen die Antennen der Liebe neu zu justieren. Leider gelingt es ihnen nur selten bis gar nicht, da der einzige Funk den sie empfangen immer wieder Signale der Vergangenheit sind.

Das könnte Sie vielleicht auch interessieren

Liebeskummer - ein Dauerzustand!?

Liebeskummer - ein Dauerzustand!?

Details zum Dokument
  • Veröffentlichung: 21.02.2016
Details zum Thema