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Die andere Frau 

„Die andere Frau“ – für mich war sie immer jemand, den ich fürchtete. Was ist, wenn mein Mann sich in eine andere verliebt? Wenn sie ihm etwas geben kann zu dem ich nicht imstande bin?

"Dass ich selbst einmal für irgendeine Frau die verhasste Geliebte sein würde, hätte ich niemals erwartet."

Schon lange war mein Leben, samt meiner Ehe zur Routine geworden. Ich wusste nicht wie es dazu gekommen war, doch mein Mann und ich lebten aneinander vorbei. Wir führten banale Gespräche und interessierten uns im Grunde gar nicht mehr für das, was den anderen bewegte. Ich war mir meiner Gefühle ihm gegenüber nicht mehr sicher. Die Verliebtheit war seit Jahren verblasst, doch statt wahrer Liebe, empfand ich ihn bloß noch als vertrauten Freund.

Liebe  Lebenselexier oder pure Qual?

Das Schicksal machte mich zu seiner Geliebten …

Als ich während eines Kurzurlaubes mit meinen Arbeitskolleginnen meinen Seelenpartner traf, blühte ich regelrecht auf. Unsere Begegnung musste Schicksal gewesen sein, denn wir wohnten zuhause nur ein paar Kilometer voneinander entfernt. Auch er war in seiner Ehe seit Langem unglücklich. Wir verstanden uns auf Anhieb blendend und begannen nach dem Urlaub eine leidenschaftliche Affäre.

In der Rolle als Geliebte fühlte ich mich schuldig und doch zufrieden. Als ich die anfängliche Scham überwunden und Zukunftsängste abgelegt hatte, blieb ein seltsames Gefühl der Freiheit. Die Mischung aus schlechtem Gewissen und reizvollem Risiko, brachte Aufregung in mein langweiliges Leben. Es war verboten, bizarr und trotzdem irgendwie das Richtige. 

Mit ihm schien alles so leicht, wir passten perfekt zusammen. Es war nicht nur der Sex, wir konnten über alles sprechen, zusammen lachen und Schweigen schien in Gegenwart des anderen normal. Nichts fühlte sich anstrengend oder befremdlich bei ihm an.

"Die Affäre war zum Mittelpunkt meines Lebens geworden und im Grunde wollte ich, dass mein Mann es erfuhr, damit ich nicht länger mit der Lüge leben musste."

Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, mein Mann wisse bereits Bescheid und er hielt unsere Ehe nur noch zum Schein aufrecht. Aber zu dem letzten Schritt konnte ich mich einfach nicht durchringen. Nachdem ich zwei Jahre eine Geliebte war, würde ich durch die Trennung von meinem Mann jegliche Selbstachtung einbüßen. Trennte er sich dagegen von mir, könnte ich mir selber und allen anderen vorheucheln, ich sei die verlassene Ehefrau.


Nicht länger nur die Geliebte …

Ein einschneidendes Erlebnis hat mich dazu bewogen meinem Mann endlich reinen Wein einzuschenken und die Farce, zu der unsere Ehe geworden war, endlich zu beenden. Ich hatte einen Autounfall, aus dem ich mit großem Glück nahezu unverletzt hervorging. Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich weder eine echte Ehefrau noch Geliebte war.

"Ich war nichts anderes als eine feige Lügnerin."

Ich wusste in diesem Moment genau, was ich wollte. Also stellte ich mich meinem Mann und alles brach aus mir heraus. Ich erklärte ihm wie ich zu der Geliebten eines anderen Mannes geworden bin. Er wirkte weder überrascht noch wütend. Ohne mir auch nur einen Vorwurf zu machen, wirkte er einfach nur tottraurig und es brach mir das Herz. Ich wollte ihn nicht leiden sehen, denn ich gab ihm nicht die Schuld am Scheitern unserer Ehe. Letztendlich wollte ich dieses Kapitel meines Lebens abschließen und nach vorne schauen. Am Ende umarmten wir uns in Freundschaft und besiegelten somit das Ende unserer Ehe.  

Kurze Zeit später trennte auch mein Seelenpartner sich von seiner Frau und wir zogen zusammen. Vor einem Jahr kam unsere gemeinsame Tochter zur Welt. Heiraten werden wir nicht, denn wir lassen das Leben auf uns zukommen, solange wir glücklich sind.

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