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Ehepartner ist nicht gleich Seelenpartner


Um mögliche Spekulationen gleich vorwegzunehmen: Ich liebe meinen Mann Stephan über alles. Wir haben uns vor 27 Jahren in unserer damaligen Clique kennengelernt und sind mittlerweile seit 19 Jahren skandalfrei verheiratet. Unser Glück wurde 2005 durch die Geburt unserer Tochter Marie vervollständigt und hat uns einander als Paar neu wahrnehmen lassen.
Natürlich durchschritten wir in dieser langen Zeit auch so manche Höhen und Tiefen, jedoch gab es nichts, das uns ernsthaft an unserer Beziehung zweifeln ließ. So war jedenfalls mein bisheriges Empfinden.

Zwei Seelenpartner, eine Verbindung

Seit einiger Zeit haben wir jedoch temperamentvolle Auseinandersetzungen in unserer Beziehung, die schon bald darauf in lautstarken Streitigkeiten gipfeln. Der vermeintliche Grund dafür liegt für meinen Mann klar auf der Hand: meine enge und emotionale Verbindung zu meinem Seelenpartner und somit bestem Freund Martin.

Unverhoffte Begegnung zweier Seelenpartner


Dabei gestaltete sich vor rund drei Jahren zunächst alles ganz einfach: Ich war damals keinesfalls auf der Suche nach einem Seelenpartner in meinem Leben und erinnere mich dennoch genau an den außergewöhnlichen Moment unserer ersten Begegnung, als ich meinen Seelenpartner Martin auf einem Elternabend von Marie kennenlernte.
Hinter mir lag ein anstrengender Tag, ich war müde und abgekämpft und das Letzte, was ich an jenem Abend wollte, war mich auf einen viel zu kleinen Kinderstuhl zu quetschen und mit echauffierten Eltern in nicht enden wollende Diskussionen verstrickt zu werden. Ursprünglich hatten Stephan und ich das gemeinsam durchstehen wollen. Doch mein geliebter Ehemann war mit einer ausgewachsenen Grippe ans Bett gefesselt. Der Glückliche.

So ergab ich mich also tapfer allein mein Schicksal. Und schicksalhaft sollte auch jenes Zusammentreffen mit meinem Seelenpartner Martin sein. Etwas verloren kam er mir vor, wie er da in ausgebeulten Shorts und viel zu kleinem T-Shirt auf den einzig freien Platz neben mir zusteuerte.
Unsere Blicke trafen sich, und noch bevor er sich setze, empfand ich eine ungeheure Sympathie für diesen zuvor noch nie gesehenen Menschen. Ohne Umschweife kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass Martin alleinerziehender Vater eines Sohnes und erst vor Kurzem berufsbedingt in unsere Stadt gezogen war.

Der Kontakt zum Seelenpartner ist mit nichts zu vergleichen


Augenblicklich war meine Müdigkeit wie weggefegt. Wir verstanden uns auf Anhieb prächtig, ich bewunderte diesen Menschen für seine erzieherische Leistung und die liebevolle Art, mit der er von seinem Sohn erzählte. Ich hatte das Gefühl, wir würden uns schon Zeit unseres Lebens kennen.
Der langweilige Elternabend geriet in der Zeit zur Nebensache und viel zu schnell waren die zwei Stunden verflogen. Vom ersten Moment an war mir klar, dass Martin und mich etwas ganz Besonderes verband. Wir waren Seelenpartner und das ist mit bloßem Verstand kaum in Worte zu fassen, da allein das Herz die Führung übernahm. Wir verabredeten sogleich Spielnachmittage für unsere Kinder und ich lud ihn zu uns zum Kaffee ein.

Mein Seelenpartner schürt die Eifersucht meines Mannes

Harmonische Verbindung zweier Seelen


Trat Stephan Martin gegenüber anfangs noch wohlwollend auf, wendete sich das Blatt schon bald zum Negativen und er empfand meinem Seelenpartner gegenüber immer häufiger Misstrauen und Eifersucht. Martin und ich waren schlicht in jeder Hinsicht auf derselben Wellenlänge, entdeckten beinahe erschreckend viele Gemeinsamkeiten und verstanden uns ohne Worte.

Meinem Mann hingegen war der Kontakt bzw. die Verbindung zweier Seelenpartner unverständlich und er unterstellte Martin des Öfteren böse Absichten. Sah ich Stephans Gehabe zunächst noch mit Humor, fällt es mir zunehmend schwerer, die dicke Luft zwischen meinem Ehepartner und Seelenpartner zu ignorieren. Ich möchte jedoch weder meine Ehe aufs Spiel setzen, noch meinen innigsten Freund und Seelenpartner verlieren.

Ehepartner nicht hinter Seelenpartner zurückstellen


Ich liebe meinen Mann für seine Andersartigkeit. Ich liebe ihn dafür, dass er pragmatisch handelt, während ich, ähnlich wie mein Seelenpartner, eher emotional veranlagt bin. Wären Stephan und ich gleich, würden wir womöglich im Chaos versinken. So ergänzen wir uns als Partner jedoch perfekt und harmonieren im alltäglichen Miteinander. Vielleicht sollte ich Stephan stärker emotional einbeziehen und ihm öfter sagen, wie glücklich ich mit ihm bin. Eines steht für mich jedenfalls fest: Ich werde einen Weg finden, die kostbaren Beziehungen zu meinem Ehemann Stephan, sowie Seelenpartner Martin in Einklang zu bringen!

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