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Was ist Sehnsucht?


Sehnsucht ist ein übermäßig starkes Verlangen nach einem Gegenstand, Zustand oder nach einer Person. Dabei manifestiert sie sich in dem schmerzhaften Gefühl, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können. Dieses manifeste schmerzhafte Gefühl kann, auf räumlichen Bezug, beispielsweise als Heimweh oder Fernweh, sein. Bei dinglichen Wünschen können alltägliche Gegenstände wie Modeobjekte oder Luxusgüter in den Fokus rücken. Das klassische Beispiel für zwischenmenschliche Sehnsucht ist Verliebtheit. Weiterhin kann Sehnsucht auch zeitliche Dimensionen einnehmen, wenn es zum Beispiel um den Wunsch geht, in einer anderen Epoche zu leben oder einen Urzustand zurück kehren zu wollen.
Voraussetzung für die Sehnsucht ist, dass das gewünschte Objekt oder Subjekt unerreichbar oder unnahbar ist. Rückt der Gegenstand der Sehnsucht in erreichbare Entfernung, so wandelt sich das schmerzhafte Gefühl in Interesse, Erwartung und Neugier. Grundsätzlich ist Sehnsucht also mit dem Gefühl des Unglücklichseins über etwas Unerreichbares verbunden, kann aber in eine positive Grundstimmung transformiert werden.

Der historische Ursprung


Die Sehnsucht taucht bereits in der griechischen Mythologie auf und ist dort personifiziert in Himeros - dem Gott der liebenden Sehnsucht. Auch bei Platon kehrt sie in Form einer mythischen Erklärung wieder, die sich um die Teilung einer ursprünglich verschmolzenen Einheit von Mann und Frau dreht. Die Geteilten verfolgen den immer währenden Wunsch nach wiederkehrender Zweisamkeit, wodurch Platon die Liebe als Verlust definiert und die Sehnsucht zu etwas Abwesendem wird.
Spätere philosophische Schulen rückten die Suche und das Streben nach einem Ideal in den Vordergrund, wodurch die Sehnsucht zu einem festen Begriff der Romantik wurde und in zahlreichen Gedichten und literarischen Werken Verwendung fand. Es vollzog sich so ein Wandel, von einem verloren geglaubten Teil zu einer erstrebenswerten Motivation. Besondere Bedeutung kommt der sogenannten Todessehnsucht zu, die häufig in großen literarischen Werken auftaucht (z.B. Romeo & Julia oder die Leiden des jungen Werther) und in ihrer Ausrichtung ambivalent ist. Einerseits mündet das sehnsüchtige Gefühl, eine Situation der Unzufriedenheit durch den Tod ändern zu wollen. Andererseits entsteht durch den Todeseintritt das paradiesische Gefühl eines positiven Neubeginns.

Sehnsucht nach Liebe

Sehnsucht nach Liebe

 

Übermäßiges Verlangen als gesundheitliche Gefahr


Inniges Verlangen bezüglich der Unerreichbarkeit eines Gegenstandes kann sich in ein krankhaftes Verzehren verwandeln und so für den Menschen krankhafte, psychopathologische Züge annehmen. Dieses exzessive Empfinden manifestiert sich dann in einem anhaltenden Schmerz, den die Person auf verschiedene Arten zu kompensieren versucht.
Symptomatisch für krankhaftes Verzehren können unter anderem sein:



    •    Trägheit
    •    Unruhe
    •    Appetitlosigkeit
    •    Konzentrationsstörungen
    •    Außergewöhnlicher Stress


Die Folgen sind vielfältig und richten sich auch nach der Stärke des empfundenen Verlangens. Psychische Beeinträchtigungen, Burn Out oder Depressionen sind mögliche Ausprägungen. Extreme Belastungen können in Einzelfällen ohne professionelle Unterstützung gar in Suizidgedanken resultieren.

Positiver Umgang mit starken Gefühlen
Innere Einstellung

Innere Einstellung


Ausser in negativen Konsequenzen, kann starkes Verlangen auch in unbändiger Motivation münden, wenn die Sehnsucht als schaffendes und unterstützendes Werkzeug angesehen wird. Sie macht den Menschen sensibel für Empfindungen und kann Energien und unentdeckte Aktivitätspotenziale freisetzen. Voraussetzung dafür ist eine positive Grundhaltung gegenüber der Intensität der Gefühle. Das Zulassen von Empfindungen resultiert in einer Bewertung der gegenwärtigen Situation. Umstände werden so aktiv in das Bewusstsein gerufen und können ab dann auch modifiziert werden. Die motivationale Komponente einer Emotion kann zur Änderung einer Entscheidung führen und ist abhängig von der Bewertung des zu erwartenden Ereignisses. Sind bei der Empfindung von starkem Verlangen positive Aspekte und Verbesserungen erkennbar, kann es helfen, sich diesem Verlangen hinzugeben, um Nutzen daraus ziehen zu können.

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  • Veröffentlichung: 07.11.2014
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